Immanuel Kant

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie Des Himmels

Zweiter Theil.

Von dem ersten Zustande der Natur, der Bildung der Himmelskrper, den Ursachen ihrer Bewegung und der systematischen Beziehung derselben sowohl in dem Planetengebude insonderheit, als auch in Ansehung der ganzen Schpfung.

Schau sich die bildende Natur zu ihrem grossen Zweck bewegen,
Ein jedes Sonnenstubchen sich zu einem andern Stubchen regen,
Ein jedes, das gezogen wird, das andere wieder an sich ziehn,
Das nchste wieder zu umfassen, es zu formieren sich bemhn.
Beschaue die Materie auf tausend Art und Weise sich
Zum allgemeinen Centro drngen.
Pope

Erstes Hauptstuck

Von dem Ursprunge des planetischen Weltbaues berhaupt und den Ursachen ihrer Bewegungen

Die Betrachtung des Weltbaues zeigt in Ansehung der gewechselten Beziehungen, die seine Theile unter einander haben, und wodurch sie die Ursache bezeichnen, von der sie herstammen, zwei Seiten, welche beide gleich wahrscheinlich und annehmungswrdig sind. Wenn man einestheils erwgt dass 6 Planeten mit 10 Begleitern, die um die Sonne, als ihren Mittelpunkt, Kreise beschrieben, alle nach einer Seite sich bewegen und zwar nach derjenigen, nach welcher sich die Sonne selber dreht, welche ihrer alle Umlufe durch die Kraft der Anziehung regiert, dass ihre Kreise nicht weit von einer gemeinen Flche absweichen, nmlich von der verlngerten quatorsflche der Sonnen, dass bei den entferntesten der zur Sonnenwelt gehrigen Himmelskrper, wo die gemeine Ursache der Bewegung dem Vermuthen nach nicht so krftig gewesen, als in der Naheit zum Mittelpunkte, Absweichungen von der Genauheit dieser Bestimmungen Statt gefunden, die mit dem Mangel der eingedrckten Bewegung ein genugsames Verhltniss haben, wenn man, sage ich, allen diesen Zusammenhang erwgt: so wird man bewogen, zu glauben, dass eine Ursache, welche es auch sei, einen durchgngigen Einfluss in dem ganzen Raume des Systems gehabt hat, und dass die Eintrchtigkeit in der Richtung und Stellung der planetischen Kreise eine Folge der bereinstimmung sei, die sie alle mit derjenigen materialischen Ursache gehabt haben mssen, dadurch sie in Bewegung gesetzt worden.

Wenn wir andern Theils den Raum erwgen, in dem die Planeten unsers Systems herum laufen, so ist er vollkommen leer und aller Materie beraubt, die eine Gemeinschaft des Einflusses auf diese Himmelskrper verursachen und die bereinstimmung unter ihren Bewegungen nach sich ziehen knnte. Dieser Umstand ist mit vollkommener Gewissheit ausgemacht und bertrifft noch wo mglich die vorige Wahrscheinlichkeit. Newton, durch diesen Grund bewogen, konnte keine materialische Ursache verstatten, die durch ihre Erstreckung in dem Raume des Planetengebudes die Gemeinschaft der Bewegungen unterhalten sollte. Er behauptete, die unmittelbare Hand Gottes habe diese Anordnung ohne die Anwendung der Krfte der Natur ausgerichtet.

Man sieht bei unparteiischer Erwgung: dass die Grnde hier von beiden Seiten gleich stark und beide einer vllig Gewissheit gleich zu schtzen sind. Es ist aber eben so klar, dass ein Begriff sein msse, in welchem diese dem Scheine nach wider einander streitende Grnde vereinigt werden knnen und sollen, und dass in diesem Begriffe das wahre System zu suchen sei. Wir wollen ihn mit kurzen Worten anzeigen. In der jetzigen Verfassung des Raumes, darin die Kugeln der ganzen Planetenwelt umlaufen, ist keine materialische Ursache vorhanden, die ihre Bewegungen eindrcken oder richten knnte. Dieser Raum ist vollkommen leer, oder wenigstens so gut als leer; also muss er ehemals anders beschaffen und mit genugsam vermgender Materie erfllt gewesen sein, die Bewegung auf alle darin befindliche Himmelskrper zu bertragen und sie mit der ihrigen, folglich alle unter einander einstimmig zu machen, und nachdem die Anziehung besagte Rume gereinigt und alle ausgebreitete Materie in besondere Klumpen versammlet: so mssen die Planeten nunmehr mit der einmal eingedrckten Bewegung ihre Umlufe in einem nicht widerstehenden Raume frei und unverndert fortsetzen. Die Grnde der zuerst angefhrten Wahrscheinlichkeit erfordern durchaus diesen Begriff, und weil zwischen beiden Fllen kein dritter mglich ist: so kann dieser mit einer vorzglichen Art des Beifalles, welcher ihn ber die Scheinbarkeit einer Hypothese erhebt, angesehen werden. Man knnte, wenn man weitlufig sein wollte, durch eine Reihe aus einander gefolgerter Schlsse nach der Art einer mathematischen Methode mit allem Geprnge, das diese mit sich fhrt, und noch mit grsserm Schein, als ihr Aufzug in physischen Materien gemeinhin zu sein pflegt, endlich auf den Entwurf selber kommen, den ich von dem Ursprunge des Weltgebudes darlegen werde; allein ich will meine Meinungen lieber in der Gestalt einer Hypothese vortragen und der Einsicht des Lesers es berlassen, ihre Wrdigkeit zu prfen, als durch den Schein einer erschlichenen berfhrung ihre Gltigkeit verdchtig machen und, indem ich die Unwissenden einnehme, den Beifall der Kenner verlieren.

Ich nehme an: dass alle Materien, daraus die Kugeln, die zu unserer Sonnenwelt gehren, alle Planeten und Kometen, bestehen, im Anfange aller Dinge, in ihren elementarischen Grundstoff aufgelset, den ganzen Raum des Weltgebudes erfllt haben, darin jetzt diese gebildete Krper herumlaufen. Dieser Zustand der Natur, wenn man ihn auch ohne Absicht auf eine Syustem an und fr sich selbst betrachtet, scheint nur der einfachste zu sein, der auf das Nichts folgen kann. Damals hatte sich noch nichts gebildet. Die Zusammensetzung von einander abstehender Himmelskrper, ihre nach den Anziehungen gemssigte Entfernung, ihre Gestalt, die aus dem Gleichgewichte der versammleten Materie entspringt, sind ein spterer Zustand. Die Natur, die unmittelbar mit der Schpfung grnzte, war so roh, so ungebildet als mglich. Alllein auch in den wesentlichen Eigenschaften der Elemente, die das Chaos ausmachen, ist das Merkmal derjenigen Vollkommenheit zu spren, die sie von ihrem Ursprunge her haben, indem ihr Wesen aus der ewigen Idee des gttlichen Verstandes eine Folge ist. Die einfachsten, die allgemeinsten Eigenschaften, die ohne Absicht scheinen entworfen zu sein, die Materie, die bloss leidend und der Formen und Anstalten bedrftig zu sein scheint, hat in ihrem einfachsten Zustande eine Bestrebung, sich durch eine natrliche Entwickelung zu einer vollkommenern Verfassung zu bilden. Allein die Verschiedenheit in den Gattungen der Elemente trgte zu der Regung der Natur und zur Bildung des Chaos das Vornehmste bei, als wodurch die Ruhe, die bei einer allgemeinen Gleichheit unter den zerstreuten Elementen herrschen wrde, gehoben wird und das Chaos in den Punkten der strker anziehenden Partikeln sich zu bilden anfngt. Die Gattungen dieses Grundstoffes sind ohne Zweifel nach der Unermesslichkeit, die die Natur an allen Seiten zeigt, unendlich verschieden. Die von grsster specifischen Dichtigkeit und Anziehungskraft, welche an und fr sich weniger Raum einnehmen und auch seltener sind, werden daher bei der gleichen Austheilung in dem Raume der Welt zerstreuter, als die leichtern Arten sein. Elemente von 1000 mal grsserer specifischen Schwere sind tausend-, vielleicht auch millionenmal zerstreuter, als die in diesem Masse leichtern. Und da diese Abflle so unendlich als mglich mssen gedacht werden, so wird, gleichwie es krperliche Bestandtheile von einer Gattung geben kann, die eine andere in dem Masse an Dichtigkeit bertrifft, als eine Kugel, die mit dem Radius des Planetengebudes beschrieben worden, eine andere, die den tausendsten Theil einer Linie im Durchmesser hat, also auch jene Art von zerstreuten Elementen um einen so viel grssern Abstand von einander entfernt sein, als diese.

Bei einem auf solche Weise erfllten Raume dauert die allgemeine Ruhe nur einen Augenblick. Die Elemente haben wesentliche Krfte, einander in Bewegung zu setzen, und sind sich selber eine Quelle des Lebens. Die Materie ist sofort in Bestrebung, sich zu bilden. Die zerstreuten Elemente dichterer Art sammlen vermittelst der Anziehung aus einer Sphre rund um wich alle Materie von minder specifischer Schwere; sie selber aber zusammt der Materie, die sie mit sich vereinigt haben, sammlen sich in den Punkten, da die Theilchen von noch dicterer Gattung befindlich sind, diese gleichergestalt zu noch dichteren und so fortan. Indem man also dieser sich bildenden Natur in Gedanken durch den ganzen Raum des Chaos nachgeht, so wird man leichtlich inne: dass all Folgen dieser Wirkung zuletzt in der Zusammensetzung verschiedener Klumpen bestehen wrden, die nach Verrichtung ihrer Bildungen durch die Gleichheit der Anziehung ruhig und auf immer unbewegt sein wrden.

Allein die Natur hat noch andere Krfte im Vorrath, welche sich vornehmlich ussern, wenn die Materie in feine Theilchen aufgelset ist, als woduch selbige einander zurck stossen und durch ihren Streit mit der Anziehung diejenige Bewewgung hervor bringen, die gleichsam ein dauerhaftes Leben der Natur ist. Durch diese Zurckstossungskraft, die sich in der Elasticitt der Dnste, dem Ausflusse starkriechender Krper und der Ausbreitung aller geistigen Materien offenbart, und die ein unstreitiges Phnomenon der Natur ist, werden die zu ihren Anziehungspunkten sinkende Elemente durcheinander von der geradlinichten Bewegung seitwrts gelenkt, und der senkrerchte Fall schlgt in Kreisbewegungen aus, die den Mittelpunkt der Senkung umfassen. Wir wollen, um die Bildung des Weltbaues deutlich zu begreifen, unsere Betrachtung von dem unendlichen Inbegriffe der Natur auf ein besonderes System einschrnken, so wie dieses zu unserer Sonne gehrige ist. Nachdem wir die Erzeugung desselben erwogen haben, so werden wir auf eine hnliche Weise zu dem Ursprunge der hhern Weltordnungen fortschreiten und die Unendlichkeit der ganzen Schpfung in einem Lehrbegriffe zusammen fassen knnen.

Wenn demnach ein Punkt in einem sehr grossen Raume befindlich ist, wo die Anziehung der daselbst befindlichen Elemente strker als allenthalben um sich wirkt: so wird der in dem ganzen Umfange ausgebreitete Grundstoff elementarischer Partikeln sich zu diesem hinsenken. Die erste Wirkung dieser allgemeinen Senkung ist die Bildung eines Krpers in diesem Mittelpunkte der Attraction, welcher so zu sagen von einem unendlich kleinen Keime in schnellen Graden fortwchst, aber in eben der Masse, als diese Masse sich vermehrt, auch mit strkerer Kraft die umgebenden Theile zu seiner Vereinigung bewegt. Wenn die Masse dieses Centralkrpers so weit angewachsen ist, dass die Geschwindigkeit, womit er die Theilchen von grossen Entfernungen zu sich zieht, durch die schwachen Grade der Zurckstossung, womit selbige einander hindern, seitwrts gebeugt, in Seitenbewegungen ausschlgt, die den Centralkrper vermittelst der Centerfliehkraft in einem Kreise zu umfassen im Stande sind: so erzeugen sich grosse Wirbel von Theilchen, deren jedes fr sich krumme Linien durch die Zusammensetzung der anziehenden und der seitwrts gelenkten Umwendungskraft beschreibt; welche Arten von Kreisen alle einander durchschneiden, wozu ihnen ihre grosse Zerstreuung in diesem Raume Platz lsst. Indessen sind diese auf macherlei Art unter einander streitende Bewegungen natrlicher Weise bestrebt, einander zur Gleichheit zu bringen, das ist, in einen Zustand, da eine Bewegung der andern so wenig als mglich hinderlich ist. Dieses geschieht erstlich, indem die Theilchen eines des andern Bewegung so lange einschrnken, bis alle nach einer Richtung forgehen; zweitens, dass die Partikeln ihre Verticalbewegung, vermittelst der sie sich dem Centro der Attraction nhern, so lange einschrnken, bis sie, alle horizontal d. i. in parallel laufenden Zirkeln um die Sonne als ihren Mittelpunkt bewegt, einander nicht mehr durchkruezen und durch die Gleichheit der Schwungskraft mit der senkenden sich in freien Zirkellufen in der Hhe, da sie schweben, immer erhalten: so dass endlich nur diejenige Theilchen in dem Umfange des Raumes schweben bleiben, die durch ihr Fallen eine Geschwindigkeit und durch die Widerstehung der andern eine Richtung bekommen haben, dadurch sie eine freie Zirkelbewegung fortsetzen knnen. In diesem Zustande, da alle Theilchen nach einer Richtung und in parallellaufenden Kreisen, nmlich in freien Zirkelbewegungen, durch die erlangte Schwungskrfte um den Centralkrper laufen, ist der Streit under der Zusammenlauf der Elemente gehoben, und alles ist in dem Zustande der kleinsten Wechselwirkung. Dieses ist die natrliche Folge, darein sich allemal eine Materie, die in streitenden Bewegungen begriffen ist, versetzt. Es ist also klar, dass von der zerstreuten Menge der Partikeln eine grosse Menge durch den Widerstand, dadurch sie einander auf diesen Zustand zu bringen suchen, zu solcher Genauheit der Bestimmungen gelangen muss, obgleich eine noch viel grssere Menge dazu nicht gelangt und nur dazu dient, den Klumpen des Centralkrpers zu vermehren, in welchen sie sinken, indem sie sich nicht in der Hhe, darin sie schweben, frei erhalten knnen, sondern die Kreise der untern durchkreuzen und endlich durch deren Widerstand alle Bewegung verlieren. Dieser Krper in dem Mittelpunkte der Attraction, der diesem zu zufolge das Hauptstck des planetischen Gebudes durch die Menge seiner versammleten Materie geworden ist, ist die Sonne, ob sie gleich diejenige flammende Gluth alsdann noch nicht hat, die nach vllig vollendeter Bildung auf ihrer Oberflche hervor bricht.

Noch ist zu bemerken: dass, indem also alle Elemente der sich bildenden Natur, wie erwiesen, nach einer Richtung um den Mittelpunkt der Sonne sich bewegen, bei solchen nach einer einzigen Gegend gerichteten Umlufen, die gleichsam auf einer gemeinschaftlichen Achse geschehen, die Drehung der seinen Materie in dieser Art nicht bestehen kann, weil nach den Gesetzen der Centralbewegung alle Umlufe mit dem Plan ihrer Kreise den Mittelpunkt der Attraction durchschneidet mssen; unter allen diesen aber um eine gemeinschaftliche Achse nach einer Richtung laufenden Zirkeln nur ein einziger ist, der den Mittelpunkt der Sonne durchschneiden, daher alle Materie von beiden Seiten dieser in Gedanken gezogenen Achse nach demjenigen Cirkel hineilt, der durch die Achse der Drehung gerade in dem Mittlepunkte der gemeinschaftlichen Senkung geht. Welcher Zirkel der Plan der Beziehung aller herumschwebenden Elemente ist, um welchen sie sich so sehr als mglich hufen und dagegen die von dieser Flche entfernten Gegenden leer lassen; denn diejenigen, welcher dieser Flche, zu welcher sich alles drngt, nicht so nahe kommen knnen, werden sich in den rten, wo sie schweben, nicht immer erhalten knnen, sondern, indem sie an die herumschwebenden Elemente stossen, ihren endlichen Fall zu der Sonne veranlassen.

Wenn man also diesen herumschwebenden Grundstoff der Weltmaterie in solchem Zustande, darin er sich selbst durch die Anziehung und durch einen mechanischen Erfolg der allgemeinen Gesetze des Widerstandes versetzt, erwgt: so sehen wir einen Raum, der zwischen zwei nicht weit von einander abstehenden Flchen, in dessen Mitte der allgemeine Plan der Beziehung sich befindet, begriffen ist, von dem Mittelpunkte der Sonne an in unbekannte Weiten ausgebreitet, in welchem all begriffene Theilchen, jedliche nach Massgebung ihrer Hhe und der Attraction, die daselbst herrscht, abgemessene Zirkelbewegungen in freien Umlufen verrichten, und daher, indem sie bei solcher Verfassung einander so wenig als mglich mehr hindern, darin immer verbleiben wrden, wenn die Anziehung dieser Theilchen des Grundstoffes unter einander nicht alsdann anfinge, seine Wirkung zu thun und neue Bildungen, die der Same zu Planeten, welche enstehen sollen, sind, dadurch veranlasste. Denn indem die um die Sonne in parallelen Zirkeln bewegte Elemente, in nicht gar zu grossem Unterschiede des Abstandes von der Sonne genommen, durch die Gleichheit der parallelen Bewegung beinahe in respectiver Ruhe gegen einander sind, so thut die Anziehung der daselbst befindlichen Elemente von bertreffender specifischer Attraction sogleich hier eine betrchtliche Wirkung, die Sammlung der nchsten Partikeln zur Bildung eines Krpers anzufangen, der nach dem Masse des Anwuchses seines Klumpens seine Anziehung weiter ausbreitet und die Elemente aus weitem Umfange zu seiner Zusammensetzung bewegt.

Die Bildung der Planeten in diesem System hat vor einem jeden mglichen Lehrbegriffe dieses voraus: dass der Ursprung der Massen zugleich den Ursprung der Bewegungen und die Stellung der Kreise in eben demselben Zeitpunkte darstellt; ja, dass sogar die Abweichungen von der grssten Genauheit in diesen Bestimmungen eben sowohl, als die bereinstimmungen selber in einem Anblicke erhellen. Die Planeten bilden sich aus den Theilchen, welche in der Hhe, da sie schweben, genaue Bewegungen zu Zirkelkreisen haben: also werden die aus ihnen zusammengesetzte Massen eben dieselbe Bewegungen in eben dem Grade nach eben derselben Richtung fortsetzen. Dieses ist genug, um einzusehen, woher die Bewegung der Planeten ungefhr cirkelfrmig und ihre Kreise auf einer Flche sind. Sie wrden auch ganz genaue Zirkel sein, wenn die Weite, daraus sie die Element zu ihrer Bildung versammlen, sehr klein und also der Unterschied ihrer Bewegungen sehr gering wre. Da aber dazu ein weiter Umfang gehrt, aus dem feinen Grundstoffe, der in dem Himmelsraum so sehr zerstreuet ist, einen dichten Klumpen eines Planeten zu bilden: so ist der Unterschied der Entfernungen, die diese Element von der Sonne haben, und mithin auch der Unterschied ihrer Geschwindigkeiten nicht mehr geringschtzig, folglich wrde nthig sein, dass, um bei diesem Unterschiede der Bewegungen dem Planeten die Gleichheit der Centralkrfte und die Zirkelgeschwindigkeit zu erhalten, die Theilchen, die aus verschiedenen Hhen mit verschiedenen Bewegungen auf ihm zusammen kommen, eine den Mangel der andern genau ersetzten, welches, ob es gleich in der That ziemlich genau geschieht, dennoch, da an dieser vollkommenen Ersetzung etwas fehlt, den Abgang an der Zirkelbewegung und die Excentricitt nach sich zieht. Eben so leicht erhellt, dass, obgleich die Kreise aller Planeten billig auf einer Flche sein sollten, dennoch auch in diesem Stcke eine kleine Abweichung anzutreffen ist, weil, wie schon erwhnt, die elementarischen Theilchen, da sie sich dem allgemeinen Bestehungsplane ihrer Bewegungen so nahe als mglich befinden, dennoch einigen Raum von beiden Seiten desselben einschliessen; da es denn ein gar zu glckliches Ungefhr sein wrde, wenn gerade alle Planeten ganz genau in der Mitte zwischen diesen zwei Seiten in der Flche der Beziehung selber sich zu bilden anfangen sollten, welches denn schon einige Reigung ihrer Kreise gegen einander veranlasst, obschon die Bestrebung der Partikeln, von beiden Seiten diese Ausweichung so sehr als mglich einzuschrnken, ihr nur enge Grenzen zulsst. Man darf sich also nicht wundern, auch hier die grsste Genauheit der Bestimmungen so wenig, wie bei allen Dingen der Natur anzutreffen, weil berhaupt die Vielheit der Umstnde, die an jeglicher Naturbeschaffenheit Antheil nehmen, eine abgemessene Regelmssigkeit nicht verstattet.


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